Selbständige

Krankenversicherung Selbständige

Selbstständige müssen selber für ihre Krankenversicherung sorgen. Die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung fällt prinzipiell weg. Dennoch stehen auch Selbstständige in der Pflicht eine Krankenversicherung abzuschließen. Wahlweise können sie sich für eine private Krankenversicherung (PKV) oder für eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entscheiden. Künstler und Publizisten können noch auf die Künstlersozialkasse zurückgreifen.

Freiwillige Versicherung in der GKV

Als Selbstständiger ist es möglich eine freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung abzuschließen.
Für die Berechnung des Beitrags wird das Bruttoeinkommen bis zu einer Höhe von 4.125 Euro pro Monat herangezogen. Einnahmen, die über diese Grenze hinausgehen werden nicht berücksichtigt. Die Mindesthöhe des Bruttogehalts liegt bei monatlichen € 2.126,25. (Stand 2015)
Wer sich lediglich für die Standardversicherung entscheidet und auf einen Wahltarif bei der GKV verzichtet, verzichtet ebenso auf den Anspruch auf Krankengeld im Krankheitsfall. Alternativ kann auch ein Kassen-Zusatzbetrag zum Standardtarif gezahlt werden, der ebenfalls den Anspruch auf Krankengeld abdeckt.
Ansonsten stehen dem freiwilligen Kassen-Mitglied die gleichen Leistungen zu wie den anderen GKV-Versicherten.
Wer einen größeren Leistungsumfang beanspruchen möchte, kann sich zusätzlich mittels diverser Zusatzversicherungen absichern oder zu einer PKV wechseln.

Mitglied einer PKV

Die Alternative zur freiwilligen Mitgliedschaft in einer GKV ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung.
Häufig bieten die privaten Versicherer günstigere und individuellere Tarife als die GKV. Auch ist das Leistungsspektrum in der PKV breiter gefächert.
Allerdings wird die Prämienhöhe nicht anhand des Einkommens festgelegt, sondern aufgrund von Alter, Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen.
Bevor man sich für den Beitritt in eine PKV entschließt, sollte man alle Vor- und Nachteile gründlich abwägen. Ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist fast unmöglich.

Nebenberuflich selbstständig

Als nebenberuflich selbstständig wird erachtet, wenn die Arbeit weniger als 18 Stunden in der Woche einnimmt und das Einkommen nicht höher ist als das aus der hauptberuflichen Tätigkeit.
Ausschlaggebend für die Krankenversicherung ist die hauptberufliche Tätigkeit. Allerdings werden zur Berechnung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung auch die Einkünfte aus der Nebentätigkeit berücksichtigt. Daher sind Nebeneinkünfte der Krankenkasse mitzuteilen.

Selbstständige Künstler und Publizisten

Musik- und Kunstschaffende, Journalisten, Schriftsteller und alle die selbstständig im Bereich der Kunst oder Publizistik tätig sind haben gesonderte Rechten und Pflichten.
Laut des KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetz) sind sie gesetzlich pflichtversichert. Den Eintritt in eine private Krankenkasse kann also erst erfolgen, wenn die Einnahmen die Versicherungspflichtgrenze überschreiten.
Künstler und Publizisten sind verpflichtend Mitglieder in der Künstlersozialkasse (KSK). Diese Organisation übernimmt die Pflichten eines Arbeitgebers und zahlt in die Krankenkasse die Arbeitgeberanteile für seine Mitglieder. Die Mitglieder können sich dennoch aussuchen bei welcher Krankenkasse sie versichert sein wollen.

Krankenzusatzversicherungen

Um einen Rund-Um-Schutz zu ermöglichen und um vor Eigenleistungen gewahrt zu sein können Versicherte, insbesondere Pflichtversicherte, Krankenzusatzversicherungen abschließen. Besonderer Beliebtheit und Nützlichkeit erfreuen sich beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenhaustagegeldversicherung und die Zahn- und Zahnzusatzversicherung.
Krankenzusatzversicherungen können auch weitere Leistungsansprüche beinhalten wie etwa die Unterbringung in einem Einbettzimmer im Krankenhaus