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Alle Jahre wieder: Beitragsanpassungen bei der PKV und wie Versicherte reagieren können

Die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung (PKV) bietet einige Vorzüge wie eine Chefarztbehandlung, Einzelzimmer im Krankenhaus usw. Doch immer weniger Personen legen Wert auf diese Vorzüge. Die Anzahl der privat versicherten nimmt ab. Ein Grund für diesen Schwund könnten die fast jährlich anstehenden Beitragserhöhungen sein.

Aber haben Privatversicherte überhaupt eine Chance den Beitragserhöhungen entgegen zu wirken?

Der Grund für Beitragsanpassungen

Hauptargument für die steigenden Beiträge ist nach den Krankenkassen die Steigung der Kosten. Neue Medikamente, moderne Operationsmethoden, teure Behandlungen und steigende Arzthonorare verursachen immer höhere Kosten. Um am Markt agil bleiben zu können werden Teile dieser höheren Ausgaben auf die Mitglieder umgelegt. Aber nicht zu Letzt spielt auch der demografische Wandel eine maßgebliche Rolle. Die Menschen werden immer älter und im Alter auch häufiger krank. Zeitgleich sind immer weniger junge Menschen im Krankenkassendschungel integriert, die die Kosten für die alten Menschen mittragen können.

Gesetzliche Krankenkassen haben die Möglichkeit mit Steuermitteln, Rabatten, Reglementierung der Verwaltungs- und Arztkosten die steigenden Kosten zu kompensieren. Private Krankenversicherungen haben diese Möglichkeiten nicht. Hier spart der Versicherte selber Altersrückstellungen an und die Beiträge werden am Kapitalmarkt angelegt. Der Verband der Privaten Krankenversicherung stellt erst kürzlich heraus, dass die Versicherer vom Gesetzgeber verpflichtet werden die jährlichen kalkulierten und tatsächlichen Ausgaben miteinander zu vergleichen. Weist dieser Vergleich am Jahresende auf eine Differenz von mehr als 10% hin, hat eine Beitragsanpassung zu erfolgen.

Eine Beitragssenkung kann erfolgen, wenn die PKV einen Überschuss generiert hat. Meistens hat dieser Vergleich allerdings eine Beitragserhöhung zur Folge.

Die Beitragsanpassungen 2017

Auch 2017 wird es wieder Beitragsanpassungen geben. Aber nicht jeder privat Versicherte und nicht jeder Tarif wird betroffen sein. Im Durchschnitt scheint die Erhöhung bei 3 – 3,1% liegen. Allerdings trifft der Durchschnitt nicht auf alle Versicherten zu. Es kann beispielsweise möglich sein, dass in Einzelfällen eine Erhöhung von 15, 24 oder sogar 50% auf das Krankenkassenmitglied zukommt.

Die PKV oder den Tarif wechseln?

Wem eine saftige Beitragserhöhung ins Haus flattert, der denkt schnell über einen Wechsel nach. In diesem Fall wäre sogar eine außerordentliche Kündigung durchführbar. Als Alternative bieten sich evtl. günstigere Tarife innerhalb der Gesellschaft an. Dann entfallen meistens auch die erneuten Gesundheitsfragen und die Altersrückstellungen sind weiterhin gesichert. Es kann aber auch ein Wechsel zu einer anderen Versicherungsgesellschaft erfolgen. Hier sollte der Interessent im Vorfeld eingehend vergleichen.

Weitere Möglichkeiten

Um die Beiträge in der PKV zu senken ist es auch möglich den Selbstbeitrag zu erhöhen oder Leistungen zu streichen. Beide Varianten sind nicht unbedingt empfehlenswert, da ein Rückschritt später meistens nicht mehr möglich ist. Hier sollte im Vorfeld eine eingehende Prüfung erfolgen.

Zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung

Unter Umständen ist die Rückkehr in eine gesetzliche Krankenversicherung möglich. Allerdings müssen für diesen Schritt diverse Voraussetzungen erfüllt werden, die nur selten erreicht werden. Personen über 55 Jahren können prinzipiell nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren.