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Um die Vor- und Nachteile der Privaten Krankenversicherung darzustellen ist eine Gegenüberstellung zur gesetzlichen Krankenkasse notwendig. Beide Systeme sind in Deutschland vorhanden und beide haben Vor- und Nachteile.

Unterschiede der Systeme

Der erste große Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist der, dass die gesetzliche Krankenversicherung eine Pflichtversicherung ist. Die Höhe der Beiträge sowie der Leistungskatalog werden vom Bundesministerium für Gesundheit vorgegeben.

Die private Krankenversicherung ist keine gesetzliche Krankenversicherung. Um Mitglied in der privaten Krankenversicherung werden zu können muss man mehr als 60.750 € jährlich verdienen (Stand 2019). Dieser Betrag wird jährlich vom Gesetzgeber angehoben.

Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Die gesetzliche Krankenversicherung hat einen großen Vorteil: Ehepartner und Kinder sind kostenlos beim Mitglied versichert. Eine separate Krankenversicherung für die Kinder und dem Ehepartner ist nicht notwendig.
  • Arbeitnehmer werden automatisch Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung; sie können jedoch die Gesellschaft selbst wählen. Arbeitnehmer bleiben solange in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert bis zu einem Einkommen von 5.062,50 € monatlich. Dann können sie wählen, ob sie weiter als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln wollen.
  • Gesetzlich Versicherte können mit ihrer Gesundheitskarte im Gebiet der EU medizinisch behandelt werden. Dies garantiert das Sozialversicherungsabkommen innerhalb der EU, das aber auch mit verschiedenen anderen Ländern geschlossen wurde.

Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Der große Nachteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist der immer weiter schrumpfende Leistungskatalog. Sicher, einige Krankenkassen bieten Zusatzleistungen an, die Mitglieder auf Nachfrage in Erfahrung bringen.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung ist auf Gemeinschaft ausgerichtet. Dies bedeutet, dass die Leistungen nicht garantiert werden, sondern sich an den Ausgaben und dem Lebensalter der Bevölkerung orientieren. Die Folge ist, dass mit jeder Gesundheitsreform der Leistungskatalog weiter schrumpft und der Versicherte immer öfters medizinische Leistungen selbst bezahlen muss.
  • Auch der Beitrag ist vom Lebensalter der Bevölkerung und den Ausgaben abhängig. Es ist deshalb eine Steigerung der Beiträge zu erwarten; bislang fordern die Krankenkassen Zusatzbeiträge an, die jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen werden.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

  • Der Leistungskatalog der privaten Krankenversicherung ist bedeutend umfangreicher als der, welcher die gesetzliche Krankenversicherung vorzeigen kann.
  • Der Beitrag richtet sich nach dem gewählten Tarif, den gebuchten Bausteinen und den vorhandenen Risiken. Der Basistarif ist der einzige Tarif, der sich mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichen lässt. Alle anderen Tarife haben weitaus höhere Qualität. Mitglieder der privaten Krankenversicherung, die einen anderen Tarif als den Basistarif haben können Arzt und Krankenhaus frei wählen. Bei stationärer Behandlung haben sie außerdem die Wahl, ob sie ein Einzel- oder Zweibettzimmer wollen. Auch die Behandlung durch den Chefarzt ist frei wählbar. Bei Zahnersatz und Sehhilfen fällt der Zuschuss bedeutend höher aus als es bei der gesetzlichen Krankenkasse der Fall ist.
  • Der Versicherungsschutz der PKV hat ebenfalls europaweit Gültigkeit; weltweit ist ebenfalls mit einer Zuzahlung möglich. Daneben haben privat Krankenversicherte den Vorteil, dass sie schneller Termine bei Fachärzten bekommen und somit lange Wartezeiten auf einen Termin nicht vorhanden sind.

Nachteile der privaten Krankenversicherung

  • Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge je zur Hälfte tragen, ist dies bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall. Hier beteiligen sich Arbeitgeber nur mit einem Zuschuss von 352 € (Stand 2019); wer allerdings Beamte ist profitiert von den Beihilfetarifen, die kostengünstiger sind.
  • Privat Versicherte bezahlen die Rechnungen für Arzt und Medikamente erst einmal selbst. Die Rechnungen werden bei der PKV eingereicht; der Versicherte erhält nach der Kontrolle die Kosten erstattet. Ausnahme sind die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt; diese Kosten werden in der Regel direkt vom Krankenhaus mit der PKV abgerechnet.
  • Bei Familien besteht der Nachteil darin, dass für jedes Familienmitglied eine eigene Krankenversicherung abgeschlossen werden muss.