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Sobald ein Bundesgesundheitsminister Änderungen einführt erhalten Versicherte einen Leistungskatalog, der dünner ist; also meist führt die Bundesregierung ein Sparprogramm ein. Dieses Sparprogramm, das mit jeder Reform noch sparsamer wird gilt allerdings nur für die gesetzlichen Krankenversicherungen. Bei den privaten Krankenversicherungen ist ein solches zusammengeschnittenes Werk nicht zulässig. Das liegt daran, dass Mitglieder der privaten Krankenversicherung einen bestimmten Tarif vereinbart haben, den sie mit verschiedenen Bausteinen attraktiver gestalten konnten. Die gesetzlich Versicherten haben diese Möglichkeit nicht; für sie gelten die Leistungen aus dem Katalog, unabhängig davon, wie sparsam oder wirkungsvoll dieser gestaltet ist.

Allerdings musste die private Krankenversicherung 2017 leichte Einbußen hinnehmen. Die Neuverträge waren rückläufig, ein Teil der Versicherten, die noch die gesetzliche Krankenversicherung zurück konnten, gingen auch zurück. Allerdings wechselten auch viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV.

Oft wird gesagt, dass die private Krankenversicherung zu teuer ist. Das ist auch oft der Grund, warum sich Versicherte entschließen wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Der Grund ist meist nicht die Prämie, sondern der, dass sich Versicherte im Vorfeld nicht ausreichend über die Tarife der privaten Krankenversicherung informiert haben. In der Regel kommt ein Makler ins Haus und stellt die Versicherung als die beste vor, von der er die meiste Provision bekommt.

Die drei Kategorien

Bei der privaten Krankenversicherung gibt es drei Kategorien, die sich sowohl bei den Leistungen als auch bei der Prämie unterscheiden.

Der Grundschutz ist eine Vollkrankenversicherung, die meist keine Erstattung für eine bestimmte Maßnahme beinhaltet. Zu diesen Maßnahmen können die Kosten für Psychotherapie, Zweibettzimmer, Zahnersatz zählen.

Der Standardschutz ist die zweite Kategorie, die wir vorstellen. In dieser Kategorie sind auch die Kostenübernahmen für Zahnersatz (mindestens 60 %), Zweibettzimmer, Psychotherapie und Krankenfahrstühle enthalten.

Topschutz ist die letzte Kategorie, die wir Ihnen vorstellen. Diese Kategorie gehört zum umfangreichsten Versicherungsschutz, da auch die Leistungen von Heilpraktikern kostenmäßig übernommen werden. Auch kann sich der Versicherte im Krankheitsfall in ein Einzelbettzimmer legen und erhält beim Zahnersatz mindestens 80 %; auch die Kosten für Implantate werden erstattet.

Was sollte man bei einem Wechsel in die PKV beachten?

Zu erst sollte man sich überlegen und seine Überlegungen schriftlich aufzeichnen, welchen Schutz man anstrebt. In die private Krankenversicherung können Arbeitnehmer wechseln, wenn sie jährlich mindestens 60.750 Euro brutto verdienen.

Hier einige Tipps für alle, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen.

Je jünger der Versicherte ist, desto geringer sind seine monatlichen Prämien. Dies liegt daran, dass junge Menschen in der Regel weniger krank sind und daher weniger Kosten verursachen.

Die private Krankenversicherung ist besonders für die Menschen attraktiv, die gut verdienen und alleinstehend sind. Allerdings sollten man auch darüber Gedanken machen, dass es bei der privaten Krankenversicherung keine Familienversicherung im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung gibt.

Während bei der gesetzlichen Krankenversicherung Ehepartner und Kinder kostenlos mit dem Haushaltsvorstand, also der Person, die das Geld verdient und in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, versichert sind ist dies bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall. Hier muss für Ehepartner und jedes Kind eine separate Krankenversicherung abgeschlossen werden und das kann recht teuer werden.

Die Mehrzahl der Arbeitnehmer verdienen erst dann viel Geld wenn sie mindestens Mitte bis Ende 30 Jahre als sind. Für diesen Personenkreis ist der Wechsel in die private Krankenversicherung teuer. Das liegt an den Altersrückstellungen, die schneller als bei jungen Menschen aufgebaut werden müssen.

Die private Krankenversicherung bietet ihren Mitgliedern sehr viele Möglichkeiten ihren persönlichen Versicherungsschutz zu gestalten. Allerdings sollte man sich von der Vielzahl nicht blenden lassen, sondern sorgfältig auswählen, was gebraucht wird und was nicht ins Paket gehören soll.

Wer sich den Wechsel in die private Krankenversicherung gut durchdacht und durchgerechnet hat, der hat eine gute Wahl für den Ernstfall getroffen.