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Die meisten Menschen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Das liegt daran, dass sie nur dann in die private Krankenversicherung wechseln können wenn sie ein Gehalt beziehen, das über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Diese ist in den §§ 233 Abs. 3 SGB V und § 55 Abs. 2 SGB XI geregelt; die Jahresarbeitsentgeltgrenze regelt § 6 Abs. 6 SGB V. Dies bedeutet, in die PKV kann nur derjenige wechseln, der jährlich mehr als 54.450 € (Stand 2019) verdient.

Daneben steht die PKV Selbständigen, Beamten, Künstlern, Journalisten und anderen Freiberuflern offen. Nach der letzten Gesundheitsreform auch den Menschen, die nur einen Minijob haben sowie den Menschen, die von der Versicherungspflicht befreit wie Hausmänner, Hausfrauen und Kinder.

Bisher war es immer der Fall, dass der Zustrom der Menschen zur gesetzlichen Krankenversicherung stattfand. Im Jahr 2018 war dies anders; erstmals seit 2011 konnten die privaten Krankenversicherungen mehr Mitglieder als die gesetzlichen Krankenkassen gewinnen. Allerdings nicht in allen Sparten; die Zahl der Personen, die bei der privaten Krankenversicherung eine Vollversicherung abschlossen sank auch im Jahr 2018 zum wiederholten Male.

PKV verliert Mitglieder

Dies bedeutet für die privaten Krankenversicherer; sie haben auch unter dem Strich auch im Geschäftsjahr 2018 Mitglieder verloren und zwar um 17.100 Mitglieder, was umgerechnet etwa 0,2 % ausmacht. Diese Zahlen sind noch nicht standfest, sondern nur vorläufig.

Die privaten Krankenversicherer hatten am Ende des Jahres 2018 immer noch 8.736.300 Mitglieder zu verzeichnen. Dennoch mussten sie Verluste hinnehmen und das zum sechsten Mal in Folge. Das letzte Mal stieg der Wert im Jahr 2011 um 240.000 Mitglieder.

Allerdings kommt wieder Bewegung in die Branche der privaten und gesetzlichen Versicherer. Immerhin musste auch die gesetzliche Krankenversicherung Verluste hinnehmen; von der gesetzlichen Krankenversicherung wechselten 132.400 Menschen in die private Krankenversicherung. Im gleichen Zeitraum verließen 130.000 Menschen die private Krankenversicherung. Das macht der privaten Krankenversicherung Mut, denn ein Jahr zuvor, im Jahr 2017 wechselten 4.500 Menschen zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Bereich Krankenvollversicherung bei der privaten Krankenversicherung kriselt. Ein Grund warum die private Krankenversicherung auf die Krankenzusatzversicherungen alle Hoffnungen legt. In diesem Bereich konnte die private Krankenversicherung kräftig zulegen und zwar mit 26.029.900 Policen allein im Jahr 2018. Dies macht ein deutliches Plus von 510.000 neuen Verträgen aus oder um 2,0 %.

Der Bereich der Krankenzusatzversicherungen brachte den privaten Krankenversicherern höhere Beitragseinnahmen. Im Jahr 2018 konnte die Branche ihre gesamten Einnahmen auf 8,76 Milliarden Euro erhöhen, das entspricht 2,7 %. Der Anteil der Krankenvollversicherung beläuft sich auf 69,5 % oder 39,77 Milliarden Euro.